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Tag 3 - Besteigung des Ben Nevis



Mittwoch, 13.07.2016



Heute stand anfangs die abenteuerliche Begegnung mit dem Linksverkehr an. An der Mietwagenstation, den vorher gebuchten Wagen abgeholt. Wir bekamen einen Renault Megan. Den üblichen Papierkram erst erledigt. Zugegebenermaßen haben wir auch nur die Hälfte verstanden - aber egal. Rein in die Karre und ab dafür. Raus aus Glasgow Richtung Fort William. Ging eigentlich ganz gut. Die Kreisverkehre sind allerdings stark gewöhnungsbedürftig anfangs. Im wunderte mich und fluchte etwas, warum der Wagen vor mir anhält. Ahh, stimmt ja, beim Kreisverkehr kommt ja der Verkehr von rechts… Später folgten dann noch verdammt enge Straßen, wo links gleich Felsen oder eine tiefe Rinne war. Glücklicherweise fuhr vor mir ein kleiner LKW. So wusste ich, wenn der da lang kommt, dann ich erst recht. Der Beifahrer hatte immer die Aufgabe den linken Abstand zu beachten. Man fährt manchmal echt zu weit links, wenn Gegenverkehr kommt.
Nach ca. 2 Stunden kamen wir dann in Fort William an und sind gleich zum Besucherzentrum des Berges gefahren, welchen wir besteigen wollten. Leider haben wir uns bisschen verfranzt, da wir noch einen günstiger gelegenen Parkplatz vermuteten. Als wir dann kehrt machten, ist es mir bisher einmalig passiert auf der falschen Straßenseite zu fahren. War ja auch blöd, ich wollte ja schließlich den gleichen Weg wieder zurück.  Aber mein Beifahrer gab mir dann einen dezenten Hinweis.
Dann aber rein ins Besucherzentrum, noch paar Schokoriegel gekauft, denn schließlich hatten wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Die nette junge Dame gab uns noch paar Sicherheitshinweise und Wetterdaten mit auf den Weg. Aber einen wichtigen Tipp gab sie uns nicht, aber dazu später mehr. Gleich die ersten Kalorien reingefuttert und los ging es. Start war ca. 12:20 Uhr. Unten im Tal war es noch recht sonnig. Aber oben war es Nebelverhangen und regnerisch. Außerdem nur ca. 3° Celsius und gefühlte -3° Celsius. Als Oberbekleidung trugen wir T-Shirt, Pullover und Regenjacke. Für den Aufstieg sollten wir ca. 4 Stunden einplanen. Aber wir dachten, ach was, das schaffen wir auch in 3 Stunden. Also legten wir einen ordentlichen Zahn zu und überholten immer wieder andere Wanderer.
Irgendwann kamen wir an einer Familie vorbei. Engländer oder sowas. Das Mädchen schaute uns verwundert an und sagte auf englisch „Ich hab noch nie jemanden in Jeans hier hochlaufen sehen“ und „Hey Jungs, was ist los mit Euch?“ Aber wir antworteten nicht, weil wir so hart sind und einen Berg auch in nassen Slimfit-Jeans hochlaufen können. Das war der Tipp welchen die Dame unten uns hätte noch geben sollen. Wir lasen es dann später auch noch in der Sicherheitsbroschüre, dass man in geeigneter Kleidung hochlaufen, keine Jeans stand dort explizit. Naja egal – zu spät.
Ab der Hälfte der Strecke war dann durchgehend bis hoch Nebel oder Regen. Ob die Regenjacken dicht waren, ist nicht feststellbar gewesen, da man von innen sowieso alles nassgeschwitzt hat. Die Wege waren so gut wie durchgängig mit Geröll bedeckt. Zwar wurden auch viele stufenartige Aufstiege angelegt, aber letztendlich war es wie andauerndes Treppensteigen. Wir hatten zwar immer noch ordentliches Tempo drauf, wurden aber ungeduldig endlich den Gipfel zu erreichen. Man konnte nur ein paar Meter weit sehen und mittlerweile war noch nur loses Geröll überall. Kalt wurde es auch langsam. Stellenweise lag dort oben sogar noch Schnee. Irgendwann waren wir dann auch endlich oben. In 2 Stunden und 50 Minuten. Geil. Sogar unser Herbergsvater für diese Nacht war erstaunt und fragte, ob wir hochgerannt sind. Am Gipfel von Ben Nevis war es natürlich neblig und regnerisch. Der Wind pfiff auch ordentlich. Kein Ort um sich lange aufzuhalten. Selbst das Fotografieren machte wenig Spaß, da die Finger leicht taub waren vor Kälte. Man braucht bei diesem Berg sehr viel Glück um ihn wolkenlos zu erklimmen. Ein paar Fotos und wieder runter.
Für den Abstieg sind offiziell 3 Stunden einzuplanen. Auch da wollten wir besser sein und stiegen zügig ab. Allerdings funktionierte das nicht. Uns taten schon ganz schön die Knochen weh. So ziemlich jeder Tritt schmerzte. Auf dem Rückweg war der Berg zeitweise aber wolkenfrei, sodass wir noch ein paar schöne Fotos machen konnten. Der Abstieg dauerte dann etwas über 3 Stunden. Wir wollten im Besucherzentrum noch etwas zum Trinken kaufen, jedoch schließt das bereits um 17:00 Uhr.
Also fuhren wir noch ziemlich durchnässt direkt in unsere Unterkunft, welche ein paar Kilometer entfernt liegt und wunderschön gelegen mit Blick auf den Loch Eil. Die Seen heißen hier übrigens alle „Loch“. Den Einkauf erledigten wir dann später noch. Jetzt ist erstmal Beine hochlegen angesagt.